Pflegegrad ermitteln – wie geht das?

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Pflegegrad ermitteln: Das elfte Sozialgesetzbuch (SGB XI) enthält das sogenannte Pflegegesetz, in dem die verschiedenen Leistungen der Pflegekasse geregelt sind. Im Fall einer bestehenden Pflegebedürftigkeit legt der Pflegegrad fest, welche unterschiedlichen Leistungen Ihrer Pflegeversicherung Sie in Anspruch nehmen können. Sie haben die Möglichkeit, bei Bedarf einen Pflegegrad zu beantragen. Im Rahmen eines Hausbesuchs beurteilt ein Gutachter Ihrer Krankenkasse Ihre Pflegebedürftigkeit und ermittelt dabei Ihren aktuellen Pflegegrad.

Die Beantragung des Pflegegrads

Bevor Ihr Pflegegrad ermittelt werden kann, müssen Sie einen Antrag auf die damit verbundenen Leistungen bei Ihrer Pflegekasse stellen. Die Pflegekasse gehört zu Ihrer Krankenkasse, sie benötigen somit keine neuen Kontaktdaten. Sie können für Ihren Antrag entweder die Kasse anrufen oder auf dem Postweg formlos die Leistungen beantragen. Die Pflegekasse schickt Ihnen anschließend die auszufüllenden Unterlagen zu. Wir sind Ihnen gerne bei der Umsetzung behilflich.

Es ist entscheidend, dass Sie den Antrag möglichst frühzeitig stellen, denn eine rückwirkende Zahlung ist leider nicht möglich. Je früher Sie den Antrag stellen, desto früher erhalten Sie auch Leistungen. Wichtig zu wissen: Ihnen stehen Leistungen zu, wenn sie in den letzten zehn Jahren während eines Zeitraums von wenigstens zwei Jahren Versicherungsbeiträge gezahlt haben.

Die Hilfen, vor allem die damit verbundene finanzielle Höhe, richten sich nach dem Pflegegrad und können sowohl in Form von vollstationären Leistungen (Pflegeeinrichtung) als auch Pflegesachleistungen (Pflege durch ambulanten Pflegedienst) gewährt werden. Bei einer selbst organisierten häuslichen Versorgung wird ein Pflegegeld gezahlt. Auch kombinierte Leistungen sind möglich.

Pflegegrad ermitteln – die sechs Module

Um den Pflegegrad ermitteln zu können, werden sechs verschiedene Module verwendet. Jedes einzelne repräsentiert einen konkreten Bereich Ihres täglichen Lebens, sofern dieser relevant für Ihren Hilfebedarf ist. Die Module beziehen sich auf folgende Bereiche:

Mobilität

    • (selbstständiges Fortbewegen und Positionsänderung)

Fähigkeiten in kognitiver und kommunikativer Hinsicht

    • (Entscheidungen treffen, Bedürfnisse mitteilen)

unterschiedliche Verhaltensweisen und psychische Realität

    • (beispielsweise Ängste, Auto- oder Fremdaggression, Depressivität)

Selbstversorgung

    • (Nahrungsaufnahme, Anziehen, Körperpflege, Medikamenteneinnahme, medizinische Versorgung)

Alltagsgestaltung und Sozialkontakte

    • (Strukturierung des Tagesablaufs, Interaktion mit Bekannten oder Freunden)

 

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Zur Feststellung Ihrer Pflegebedürftigkeit begutachtet Sie der medizinische Dienst Ihrer Krankenkasse. Dazu erfolgt eine unterschiedliche Gewichtung der sechs Module. Der Gutachter beurteilt, inwieweit Ihnen die Durchführung bestimmter Handlungen oder auch Aktivitäten in Ihrem Alltag möglich sind. Um den eigentlichen Pflegegrad zu ermitteln, werden auf dieser Basis Punkte verwendet, die jeweils für konkrete Teilbereiche vergeben werden.

Achten Sie darauf, sich auf diesen Besuch gut vorzubereiten. Lassen Sie sich durch einen Angehörigen oder gerne auch durch uns bei diesem Termin unterstützen. Sollten Sie mit dem Resultat Ihrer Pflegekasse nicht zufrieden sein, haben Sie die Möglichkeit dagegen Widerspruch einzulegen. Auch hierbei stehen wir Ihnen bei Bedarf zur Verfügung.

Unterstützung bei der Ermittlung des Pflegegrads

Das Ausfüllen des Pflegegrad-Antrags ist nicht ganz einfach. Viele Formulierungen sind schwer verständlich und erschließen sich nicht immer auf Anhieb. Als erfahrener ambulanter Pflegedienst kennen wir die Themen sehr gut und können Ihnen sowohl bei Ihren Fragen als auch beim Ausfüllen behilflich sein. Auch für eine ausführliche Beratung rund um den Besuch des Gutachters und die sinnvolle Planung der Leistungen stehen wir zur Verfügung. Kontaktieren Sie uns gerne für einen Termin.

Bild: Freepik

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